Auf Einladung der Lampertz GmbH & Co. KG und seines Marketingleiters
Günter Klann referierte Tominaga vor ca. 100
Vertriebsmitarbeitern und versuchte, sie mit vielen Beispielen von
der japanischen Art der Kundennähe zu überzeugen.
In Japan ist der Kunde nach den Worten Tominagas weder König
noch Kaiser: Er ist ein Gast." Während Handel und Industrie
hierzulande Umsatz, Profit und Karriere vor die Zufriedenheit ihrer
Kundschaft stellten, sei das Ziel in Japan die Kundenzufriedenheit
und -begeisterung. "In Deutschland scheint der Kunde nicht gerne
gesehen zu sein, er stört", zitierte der in Tokio geborene
Diplomvolkswirt eine häufige Beschwerde: "Unfreundliches Personal."
Das Geheimnis in der Kundenorientierung liege zum einen in der
internen Richtung: "Es wird zu viel Zeit mit Verwaltung um den
Kunden herum verschwendet, anstatt mit ihm ins Gespräch zu kommen."
Kundenorientierung benötige auch Mitarbeiterorientierung und eine
positive Selbstorientierung: "Nur wer sich selbst liebt, kann andere
lieben", führte Tominaga Martin Luther an.
Ein großes und "typisch deutsches" Problem sei die
Überreglementierung des öffentlichen Lebens: "Es gibt fast 10.000
Weisungen und Einzelbestimmungen und über 30.000 DIN-Normen. "Auch
das Ladenschlußgesetz ("von 1229!") sei verantwortlich für die
Kundenferne in deutschen Landen. Es müsse mehr auf die Wünsche des
Kunden eingegangen werden, anstatt ihn als bloßen Abnehmer von Waren
zu betrachten.
"Versuchen Sie es", war der Rat des Japaners an die Gäste.
Bereitschaft zu zeigen, sei der Schlüssel zum Erfolg. 30 Muskeln
würden zum Runzeln der Stirn benötigt.
"Ein Lächeln braucht nur 13 Muskeln."
Da auch in Deutschland der Dienstleistungssektor in Zukunft wachsen
werde, sei Kundenfreundlichkeit die wichtigste Voraussetzung für ein
Unternehmen, warb Tominaga für die "L.M.A.A.-Taktik : "Lächle
mehr als andere." Denn eines müßten auch die deutschen Firmen stets
in ihrem Gedächtnis behalten: "Der Kunde ist nicht König, sondern
Gott; er allein bestimmt über Leben und Tod eines Unternehmens."